Die schönste Etappe des Weser-Radwegs: Von Höxter nach Hameln

schönste Etappe des Weser-Radwegs: 68 Kilometer, ein Welterbe, drei Renaissanceschlösser und zwei Sagenfiguren: warum die Etappe von Höxter nach Hameln als die schönste des Weser-Radwegs gilt.

Wenn Radreisende über die schönste Etappe des Weser-Radwegs sprechen, fällt fast immer derselbe Abschnitt: von Höxter nach Hameln. Auf gut 68 Kilometern liegen hier ein UNESCO-Welterbe, mehrere Schlösser der Weserrenaissance, eine Burgruine, auf der Aschenputtel gespielt wird, und die Städte von Münchhausen und Rattenfänger. Dazu kommt die Landschaft des Weserberglands mit bewaldeten Hängen und einem Fluss, der sich in weiten Bögen durch das Tal windet.

Hier erfährst du, was diese Etappe so besonders macht, wie sie verläuft, wo du übernachtest und welche anderen Abschnitte ebenfalls zu den schönsten zählen.

Schönste Etappe des Weser-Radwegs auf einen Blick

StreckeHöxter – Hameln
Länge68,3 km (offizielle Angabe)
Belagüberwiegend Asphalt
Schwierigkeitleicht, einzelne kurze Wellen
FährenPolle, Grohnde
Ideal ineinem Tag sportlich, zwei bis drei Tage mit Besichtigungen
Unsere Abschnitte2a Höxter – Holzminden, 2b Holzminden – Bodenwerder, 2c Bodenwerder – Hameln

Warum diese Etappe die schönste ist

1. Ein Welterbe direkt am Radweg

Kurz hinter Höxter liegt Corvey. Die Abtei wurde 822 gegründet. 2014 erklärte die UNESCO das „Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“ zum Welterbe. Das Westwerk gilt als ältestes nahezu vollständig erhaltenes karolingisches Westwerk der Welt. In der Fürstlichen Bibliothek mit fast 75.000 Bänden arbeitete Hoffmann von Fallersleben, der Dichter des „Lieds der Deutschen“. Er liegt an der Klosterkirche begraben.

Corvey ist von den Osterferien bis Anfang November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Welterbeticket für alle Gebäude kostet für Erwachsene 14 Euro. Plane mindestens zwei Stunden ein. Mehr in Etappe 2a und im Porträt von Höxter.

2. Die Stadt der Düfte

Holzminden nennt sich „Stadt der Düfte und Aromen“, weil hier der Duftstoffhersteller Symrise seinen Sitz hat. In der Innenstadt stehen 18 Duftstelen, an denen du unterschiedliche Düfte erschnuppern kannst. Das Erlebnishaus Sensoria macht das Thema seit 2024 zum Mitmachen erlebbar. Ein schöner Zwischenstopp, besonders mit Kindern. Siehe Holzminden.

3. Weserrenaissance auf engem Raum

Auf keiner anderen Etappe liegen so viele Schlösser der Weserrenaissance nah beieinander:

  • Schloss Bevern (1603–1612), eine Vierflügelanlage mit Wassergraben, heute Kulturzentrum mit Museum und der „Erlebniswelt Renaissance“
  • Schloss Hehlen (1579–1584), eines der älteren Schlösser dieses Stils, am Ufer gegenüber von Daspe, in Privatbesitz
  • Schloss Hämelschenburg (1588–1613), bis heute von der Familie von Klencke bewohnt und mit Führung zu besichtigen

Hämelschenburg gilt vielen als schönstes Schloss der Weserrenaissance: Giebel, Erker, Ornamentbänder und ein Wassergraben, dazu Kirche, Mühle und Wirtschaftsgebäude. Montags ist geschlossen, der Eintritt mit Führung kostet für Erwachsene 11 Euro, bar zu zahlen. Stand prüfen.

4. Märchen, Sagen und Lügengeschichten

In Polle spielt eine Laienspielgruppe seit 1994 auf der Burgruine das Märchen Aschenputtel, von Mai bis September an jedem vierten Sonntag. Der Aufstieg zur Ruine dauert zu Fuß etwa eine Viertelstunde und belohnt mit einem weiten Blick über das Wesertal.

In Bodenwerder lebte der „Lügenbaron“ Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen (1720–1797). Das Münchhausen-Museum erzählt von seinem Leben und den Geschichten, die ihm zugeschrieben werden: dem Ritt auf der Kanonenkugel, dem halben Pferd, dem Zopf, an dem er sich selbst aus dem Sumpf zog.

In Hameln begegnet dir die Sage vom Rattenfänger auf Schritt und Tritt. Am Hochzeitshaus erzählen Figuren täglich um 13:05, 15:35 und 17:35 Uhr die Geschichte. Von Mitte Mai bis Mitte September wird sonntags um 12 Uhr das Rattenfänger-Freilichtspiel auf der Terrasse des Hochzeitshauses aufgeführt, der Eintritt ist frei.

5. Fährfahrten und Landschaft

In Polle und Grohnde setzen Fähren über die Weser. Die Fähre in Grohnde ist eine Gierseilfähre, die allein von der Strömung angetrieben wird. Zwischen Polle und Bodenwerder führt der Radweg durch die Rühler Schweiz, eine bewaldete Hügellandschaft am Fluss. Hinter Bodenwerder öffnet sich das Tal, Felder und Weiden wechseln sich mit Waldstücken ab, bis die Türme von Hameln auftauchen.

Streckenverlauf

  1. Höxter: Fachwerkstadt mit Dechanei und Kiliani-Kirche
  2. Corvey: UNESCO-Welterbe direkt am Radweg
  3. Holzminden: Stadt der Düfte
  4. Bevern: Abstecher zum Schloss
  5. Polle: Fähre und Burgruine
  6. Rühler Schweiz: bewaldete Hügel
  7. Bodenwerder: Münchhausen-Stadt
  8. Daspe: Blick auf Schloss Hehlen
  9. Grohnde: Fähre, Abstecher nach Hämelschenburg
  10. Emmerthal und Tündern
  11. Hameln: Rattenfängerstadt

In einem Tag oder in drei?

Sportliche Radler fahren die 68 Kilometer an einem Tag. Wer Corvey, Schloss Bevern, Burg Polle und Hämelschenburg wirklich anschauen möchte, teilt die Strecke in zwei oder drei Tage.

VarianteTag 1Tag 2Tag 3
ein TagHöxter – Hameln, 68 km––
zwei TageHöxter – Bodenwerder, ca. 43 kmBodenwerder – Hameln, ca. 25 km–
drei TageHöxter – Holzminden, ca. 16 kmHolzminden – Bodenwerder, ca. 27 kmBodenwerder – Hameln, ca. 25 km

Die Drei-Tage-Variante wirkt kurz, lässt aber Zeit für Corvey am Vormittag, Bevern und Polle am zweiten Tag und Hämelschenburg samt Hameln am dritten. Gute Übernachtungsorte sind Holzminden und Bodenwerder.

Tipps für die Etappe

  • Wochentag: Ein Sonntag in Hameln lohnt sich wegen des Freilichtspiels. Schloss Hämelschenburg und das Museum Fürstenberg sind montags geschlossen.
  • Fähren: Prüfe vorher die Fahrzeiten in Polle und Grohnde. Fahren sie nicht, nutzt du die Brücken in Holzminden, Bodenwerder oder Hameln.
  • Verpflegung: Holzminden, Bodenwerder und Hameln haben gute Einkaufsmöglichkeiten, dazwischen gibt es Gasthöfe und Cafés in den Dörfern.
  • Bargeld: Für Fähren, Bevern und Hämelschenburg ist Bargeld praktisch.
  • Rückfahrt: Hameln hat eine S-Bahn nach Hannover, Holzminden und Höxter haben Regionalbahnhöfe.

Andere Kandidaten für die schönste Etappe

Höxter–Hameln ist nicht die einzige Etappe, die Radreisende begeistert:

Hann. Münden – Bad Karlshafen: Der Start durch das enge, bewaldete Tal zwischen Reinhardswald und Bramwald ist für viele landschaftlich der schönste Teil. Kaum Orte, viel Wald, kleine Fähren. Siehe Etappe 1a.

Rinteln – Minden: Mit der Porta Westfalica und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal hoch über dem Fluss und dem Wasserstraßenkreuz in Minden eine Etappe der großen Eindrücke. Siehe Etappe 3b.

Bremerhaven – Cuxhaven: Die letzte Etappe entlang der Wurster Küste mit Deich, Watt, Kutterhäfen und dem Ziel an der Kugelbake. Siehe Etappe 8.

Häufige Fragen: schönste Etappe des Weser-Radwegs

Welche ist die schönste Etappe des Weser-Radwegs? Viele Radreisende nennen die Strecke von Höxter nach Hameln. Sie verbindet Welterbe, Schlösser, Märchenorte und das Weserbergland auf rund 68 Kilometern.

Wie lang ist die Etappe von Höxter nach Hameln? Die offizielle Länge beträgt 68,3 Kilometer.

Ist die Etappe schwer? Nein. Es gibt einzelne kurze Wellen, etwa in der Rühler Schweiz, ansonsten ist der Weg flach und gut befahrbar. Steil wird es nur bei Abstechern, etwa zur Burgruine Polle.

Wo übernachte ich am besten? In Holzminden oder Bodenwerder, wenn du die Etappe teilst. Beide Orte liegen günstig.

Kann ich die Etappe als Wochenendtour fahren? Ja. Mit Anreise nach Höxter und Rückfahrt von Hameln ist sie ideal für zwei bis drei Tage.

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Quellen

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