Weserradweg Etappe 3b: Rinteln – Minden über Porta Westfalica (39 km)

Weserradweg Etappe 3b: Von Rinteln durch den Weserdurchbruch an der Porta Westfalica bis nach Minden mit Dom, altem Rathaus und dem Wasserstraßenkreuz.

Das Tor zur Norddeutschen Tiefebene: rund 39 Kilometer mit Weserdurchbruch, Kaiserdenkmal und dem bekanntesten Wasserstraßenkreuz Deutschlands

Etappe 3b markiert einen Wendepunkt auf dem Weserradweg. Hinter Minden endet das Weserbergland, vor dir liegt das Norddeutsche Tiefland. Dieser Abschnitt ist der eindrucksvollste Übergang der ganzen Route: Bei der Porta Westfalica bricht die Weser zwischen Wesergebirge und Wiehengebirge hindurch, ein enger Durchbruch, über dem das mächtige Kaiser-Wilhelm-Denkmal thront. Es ist der eine Moment auf dem Weserradweg, an dem du das Gefühl hast, durch ein Tor zu fahren: aus dem Bergland ins Flachland.

Am Ende der Etappe wartet Minden mit einer Attraktion, die man so selten sieht: dem Wasserstraßenkreuz, an dem der Mittellandkanal auf einer Brücke über die Weser führt. Der Abschnitt schließt die Hauptetappe 3 von Hameln nach Minden ab (offiziell 69,0 km).

Weserradweg Etappe 3b auf einen Blick

StartRinteln, Marktplatz und Weserufer
ZielMinden, Dom und Marktplatz
Längeca. 39 km
Hauptetappe3: Hameln – Minden (offiziell 69,0 km)
Höhenmetergering auf der Hauptroute; der Abstecher zum Denkmal ist steil
Schwierigkeitleicht bis mittel, je nach Abstecher
Fahrzeitca. 2,5–3,5 Stunden reine Fahrzeit
Belagüberwiegend Asphalt, einzelne Schotterabschnitte
HighlightsVlotho, Kurpark Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Wasserstraßenkreuz Minden
BahnRinteln, Vlotho, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica, Minden (ICE-Halt)
Beste ZeitApril bis Oktober

Der Startpunkt: Rinteln verlassen

Du verlässt Rinteln flussabwärts. Der Radweg führt durch die letzten Ausläufer des Weserberglands, vorbei am Doktorsee. Die Landschaft ist hier weit und ruhig: Wiesen, Pappeln am Ufer, ab und zu ein Boot. Im Norden wird das Wesergebirge höher, und du ahnst schon, was kommt.

Die ersten Kilometer bis Vlotho und Bad Oeynhausen sind unkompliziertes Wesertal-Fahren: schöne Strecke, kaum Verkehr, überwiegend gut asphaltiert. Kurz hinter Rinteln wechselst du von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen.

Streckenverlauf

  1. Rinteln: Start, vorbei am Doktorsee
  2. Vlotho: Kleinstadt an der Weser mit Burgruine Arnsburg
  3. Bad Oeynhausen: Kurstadt mit Kurpark
  4. Porta Westfalica: Weserdurchbruch und Kaiser-Wilhelm-Denkmal
  5. Minden: Ziel der Etappe

Hinter der Porta Westfalica fließt die Weser in die Norddeutsche Tiefebene. Ab hier wird der Radweg bis zur Nordsee deutlich flacher.

Vlotho

Vlotho ist eine kleine Stadt an der Weser, über der die Reste der Burg Arnsburg liegen. Für eine kurze Pause mit Bäckerei und Blick auf den Fluss ist der Ort gut geeignet. Vlotho hat einen Bahnhof, falls du die Etappe teilen willst.

Bad Oeynhausen: kurzer Halt in der Kurstadt

Bad Oeynhausen liegt kurz vor der Porta Westfalica und ist ein bekanntes Heilbad. Der Kurpark mit seinen historischen Kurgebäuden ist einen kurzen Abstecher wert und lädt zu einer Pause ein. Am Gradierwerk rieselt Sole herab und reichert die Luft mit Salz an, für Radreisende eine kostenlose Atempause.

In Bad Oeynhausen gibt es außerdem das Deutsche Märchen- und Wesersagenmuseum. Die kleine Fähre „Amanda“ verbindet Bad Oeynhausen mit dem Campingplatz Großer Weserbogen.

Tipp: Bad Oeynhausen ist auch für seine Therme bekannt. Wer einen Wellnessstopp einlegen will, ist hier richtig, am Abend eines langen Radtags oder am Morgen vor der Weiterfahrt.

Die Porta Westfalica: der Weserdurchbruch

Wenige Kilometer nach Bad Oeynhausen passiert etwas geologisch Spektakuläres: Die Weser zwängt sich durch eine Engstelle zwischen dem Wiehengebirge im Westen und dem Wesergebirge im Osten. Das Tal ist hier nur rund 800 Meter breit. Die Engstelle heißt Porta Westfalica, die „Westfälische Pforte“.

Vom Radweg am Ufer siehst du den Durchbruch besonders eindrucksvoll: steile, bewaldete Hänge, der Fluss wird enger, und oben auf dem Wittekindsberg steht weithin sichtbar das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Der Bahnhof Porta Westfalica liegt direkt an der Weser, mit Blick auf das Denkmal. Am Fuß des Denkmals liegt die Naturbühne Porta mit 610 Plätzen.

Abstecher: Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Wittekindsberg ist eines der imposantesten Monumente in Deutschland. Es wurde 1896 eingeweiht und ist 88 Meter hoch. Entworfen hat es der Architekt Bruno Schmitz, die sieben Meter hohe Kaiserfigur stammt vom Bildhauer Caspar von Zumbusch.

Was dich oben erwartet

Der Panoramablick vom Wittekindsberg gehört zu den weitesten am gesamten Weserradweg: nach Norden ins flache Tiefland, nach Süden ins Weserbergland, auf Minden und den Fluss. Bei klarer Sicht reicht er sehr weit.

Seit Juli 2018 gibt es am Denkmal ein Besucherzentrum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) mit einer Ausstellung zur Geschichte des Berges und des Denkmals. Thematisiert wird auch das dunkle Kapitel im Zweiten Weltkrieg, als im Berg Stollen für die Rüstungsproduktion genutzt wurden, in denen Zwangsarbeiter arbeiten mussten. Am Denkmal gibt es außerdem ein Restaurant.

  • Besucherzentrum: Öffnungszeiten auf der Website des LWL prüfen
  • Außenbereich: frei zugänglich
  • Anfahrt: über eine steile Straße auf den Wittekindsberg; mit dem E-Bike gut machbar, mit schwerem Gepäck anstrengend

Wichtiger Tipp: Du musst nicht hinauf, um die Porta zu genießen. Auch vom Weserufer aus ist das Bild des Denkmals über dem Durchbruch beeindruckend. Wenn du hinauf willst, lass das Gepäck im Zweifel unten oder fahr den Berg am nächsten Morgen ohne Taschen.

Durch das Tor nach Minden

Hinter der Porta öffnet sich das Land. Die Weser tritt aus der Enge heraus und wird wieder breiter, die Hügel weichen flachen Auen. Spätestens hier merkst du: Das Weserbergland ist vorbei. Von hier bis zur Nordsee ist es weitgehend flach.

Die letzten Kilometer nach Minden sind entspannt. Der Radweg folgt dem Fluss durch die Auen und dann am Stadtrand entlang bis ins Zentrum.

Das Ziel: Minden

Minden ist die nördlichste der großen Weserstädte mit einer historischen Altstadt im Weserbergland-Charakter. Danach kommen Nienburg, Verden und Bremen, alle sehenswert, aber es wird norddeutscher.

Dom Minden

Der Mindener Dom ist das bedeutendste Gebäude der Stadt. Er geht auf eine Saalkirche aus dem 8. Jahrhundert zurück und erhielt seine heutige Form bis Ende des 13. Jahrhunderts: romanisches Westwerk, gotisches Langhaus, bemerkenswerte Kunst im Inneren. Der Domschatz ist in einer eigenen Schatzkammer zu sehen.

Historische Innenstadt

Das Alte Rathaus wurde um 1260 im gotischen Stil gebaut und gehört zu den ältesten Rathäusern Westfalens. Am Markt stehen außerdem mehrere bedeutende Bürgerhäuser, darunter das Schmiedingsche Haus. Rund um Bäckerstraße und Scharn findest du enge Gassen und Fachwerkhäuser. Mindens Innenstadt ist übersichtlich und gut zu Fuß zu erkunden. Anderthalb Stunden reichen für die wichtigsten Orte, ohne zu hetzen.

Das Wasserstraßenkreuz Minden

Nördlich des Stadtzentrums liegt eine der ungewöhnlichsten Verkehrsanlagen Deutschlands: das Wasserstraßenkreuz Minden. Hier überquert der Mittellandkanal die Weser auf einer Kanalbrücke. Schiffe fahren auf dem Kanal buchstäblich über den Fluss hinweg, zwei Wasserstraßen kreuzen sich in unterschiedlicher Höhe. Neben der alten, denkmalgeschützten Brücke gibt es seit 1998 eine neue.

Die Schachtschleuse von 1914 verbindet Kanal und Weser für Schiffe, die von einer Wasserstraße zur anderen wechseln. Sie ist 95 Meter lang, 10 Meter breit und überwindet 13 Meter Höhe. Das Beobachten der Schleusungen ist kostenlos.

Direkt an der Schachtschleuse informiert das Informationszentrum am Wasserstraßenkreuz (Sympherstraße 12) über Wasserstraßen und Binnenschifffahrt. Es ist vom 1. April bis 31. Oktober geöffnet. Die Mindener Fahrgastschifffahrt bietet Ausflugsfahrten durch das Wasserstraßenkreuz an, eine Fahrt über die Kanalbrücke ist ein besonderes Erlebnis.

Tipp: Am eindrucksvollsten ist das Kreuz, wenn gerade ein Binnenschiff über die Brücke fährt oder geschleust wird. Plane 30 bis 60 Minuten ein.

Museen

Das Preußen-Museum (Simeonsplatz 12, Di–So 10–18 Uhr) erzählt die Geschichte Preußens in Westfalen. Das Mindener Museum (Ritterstraße 23) zeigt Stadtgeschichte, angeschlossen ist ein Kaffeemuseum.

Mehr im Stadtguide Minden und im Guide Porta Westfalica.

Einkehr in Minden

  • Ratskeller Minden (Markt): historisches Ambiente, westfälische Küche, mittleres Preisniveau
  • Brauhaus Minden (Innenstadt): eigenes Bier, deftige Küche, mittleres Preisniveau
  • Café am Dom (Domplatz): Kuchen, Kaffee und Mittagsimbiss nach dem Dombesuch, günstig

Öffnungszeiten ändern sich, ein kurzer Blick vorab lohnt sich.

Übernachten in Minden

Minden hat eine große Auswahl an Hotels, vom Stadthotel in der Altstadt bis zum Kettenhotel in Bahnhofsnähe:

  • Hotel Kruses Park (Marienstraße): zentral und komfortabel, mittleres Preisniveau
  • Ibis Minden (Bahnhofsnähe): praktisch für eine frühe Weiterreise
  • Jugendherberge: preiswert, ideal für Solo-Reisende (Verfügbarkeit prüfen) Unterwegs findest du auch in Bad Oeynhausen und Porta Westfalica Unterkünfte. Die Tourist-Information Minden hilft bei der Vermittlung. Eine Übersicht steht im Stadtguide Minden.

Praktische Infos

Fahrradservice und E-Bike

  • Rinteln, Bad Oeynhausen, Minden: jeweils Fahrradgeschäfte mit Werkstatt
  • E-Bike: Lade über Nacht in der Unterkunft. Öffentliche Ladepunkte findest du in den Städten über eine Lade-App.

Bahn und Rückfahrt

Minden ist ICE- und IC-Halt an den Strecken Köln–Ruhrgebiet–Berlin und Amsterdam–Berlin. Von Porta Westfalica fahren Regionalzüge nach Minden sowie nach Herford und Löhne. Auch Vlotho und Bad Oeynhausen haben Bahnhöfe. Damit ist die Etappe sehr gut für An- und Abreise geeignet. Im Fernverkehr brauchst du für das Rad eine Reservierung.

Fähren

Neben der Fähre „Amanda“ in Bad Oeynhausen gibt es in der Region eine Fähre bei Vahrenholz–Veltheim. Betriebszeiten prüfst du am besten vor Ort.

Zeitplanung

Plane für den Abstecher zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal und für das Wasserstraßenkreuz jeweils mindestens eine Stunde ein. Eine gute Reihenfolge: früh starten, Denkmal am Vormittag mit der besten Fernsicht, Mittagspause in Porta Westfalica oder Bad Oeynhausen, nachmittags entspannt nach Minden. Am Abend Dom, Altstadt und Wasserstraßenkreuz.

Schwierigkeit und Kondition

Bewertung: leicht bis mittel

Die Hauptroute mit rund 39 Kilometern ist flach und gut zu fahren, aber etwas länger als die Abschnitte davor. Der Abstecher zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal erhöht die Schwierigkeit spürbar. Wer ihn weglässt, fährt eine leichte Etappe. Wer ihn mitnimmt, braucht etwas Kondition und Zeit.

Häufige Fragen zur Weserradweg Etappe 3b

Wie weit ist es von Rinteln nach Minden? Auf dem Weserradweg rund 39 Kilometer. Mit dem Abstecher zum Denkmal kommen einige Kilometer und ein steiler Anstieg dazu.

Wie hoch ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal? 88 Meter. Es wurde 1896 eingeweiht und steht auf dem Wittekindsberg über der Weser.

Kann ich mit dem Fahrrad zum Denkmal fahren? Ja, über eine steile Straße auf den Wittekindsberg. Mit dem E-Bike ist das kein Problem, mit schwerem Gepäck anstrengend.

Was ist das Wasserstraßenkreuz Minden? Eine Anlage, an der der Mittellandkanal die Weser auf einer Brücke überquert. Die Schachtschleuse von 1914 verbindet beide Wasserstraßen.

Hat Minden einen Fernverkehrsbahnhof? Ja. Minden ist ICE- und IC-Halt mit Verbindungen nach Hannover, Berlin, ins Ruhrgebiet und nach Amsterdam.

Ist das Weserbergland nach Minden zu Ende? Ja. Hinter der Porta Westfalica beginnt die Norddeutsche Tiefebene. Der Radweg wird bis zur Nordsee flacher.

Weiterfahrt

⬅️ Etappe 3a: Hameln – Rinteln (30 km)

➡️ Etappe 4: Minden – Nienburg (58 km): erstes Tiefland, Petershagen, Glashütte Gernheim und Storchendörfer

⬆️ Alle Etappen im Überblick

Alle Angaben sorgfältig recherchiert, sie können sich aber ändern. Öffnungszeiten, Preise und Fährbetrieb bitte vor der Fahrt beim jeweiligen Anbieter prüfen.

Quellen

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